Who Shot Scott – HAIRY: Witz rettet die Botschaft
Der Neuseeländer verarbeitet in seinem Rap den Rassismus aus dem Klassenzimmer.
Die Schulzeit war für den neuseeländischen Rapper Who Shot Scott aka Zee keine leichte: Ein „Everyday Struggle“ die Schulbank zu drücken, sich als Freak, als Fremder zu fühlen und aufgrund seiner irakischen Wurzeln als „hairy arab“ herabgewürdigt zu werden. In im identitätspolitischen Diskurs der letzten Jahrzehnte eingeübter Empowerment-Manier dreht Who Shot Scott Letzteres nun um, eignet sich die als Beleidigung gedachte Bezeichnung an und nennt sein Debütalbum HAIRY.
Auf neun Songs berichtet er darauf von den „Problems In My Head“, die die Teenagerzeit bei ihm hinterlassen hat und wittert in jedem Klassenraum und Lehrerzimmer nichts als eine Ansammlung bösartiger und unverbesserlicher Rassisten. Diese mangelnde lyrische Originalität wäre verschmerzbarer, käme sie nicht im Gewand vermeintlicher Unangepasstheit und Widerspenstigkeit daher, obwohl sie doch von langweiligster Konformität ist.
Erfrischend, dass sich das Album im Gegensatz dazu musikalisch mehr traut und mit frechem, poppigem Rap-Sound zum Grooven einlädt – und vor allem mittels geschickt eingesetzter vokaler Spielereien, die auf der Stelle tretende, biedere politische Vorausschaubarkeit mit Witz überlagert.