Fatoumata Diawara – MASSA: Poliert, aber beliebig

Der Afro-Pop-Star entfernt sich musikalisch, nicht thematisch, weiter von seiner Heimat Mali.

Fatoumata Diawara, Singer/Songwriter-Gitarristin mit malischen Wurzeln und mittlerweile ein Superstar des Global Pop, setzt mit ihrer überbordenden Mischung aus Afrobeat, Jazz, Elektro, Pop und Rock auf der Bühne immer wieder flirrende Energien frei – gefüttert von polyrhythmischen Grooves und proggigen Gitarren. Auf dem neuen Album gelingt das nur bedingt.

MASSA setzt fort, was sich bereits auf LONDON KO (2023) abzeichnete – wenngleich der Vorgänger, entstanden in Zusammenarbeit mit Damon Albarn, mehr Abwechslung bot als das neue Release, bei dem der Musiker Matthieu Chedid alias -M- die künstlerische Leitung hatte. Diawaras klangliche Eigenheiten, etwa ihr kehligerer Gesang, scheinen zusehends zu verwässern. Highlights enthält das Album dennoch.

Die Single „Djanne“ oder das hübsch verstolperte „Sigui“ etwa entwickeln ihren Sog, die poliertere Produktion hört sich auch geschmeidig weg, aber unterm Strich wirkt MASSA etwas beliebig. Doch auch wenn die 42-jährige Diawara, die seit ihrer Flucht aus einer Zwangsehe mit 19 Jahren in Frankreich lebt, sich klanglich von Mali zu entfernen scheint, ihre auf Bambara gesungenen Texte greifen wie gewohnt Themen wie Migration oder Lebenssituation von Frauen in polygamen Familien auf.

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