Tujiko Noriko – PON: Trauer, die sich wegduckt

Ein bittersüßes Dream-Pop-­Requiem für ein Katze.

PON ist das zweite Album innerhalb von drei Jahren, mit dem Tujiko Noriko Abschied nimmt. CRÉPUSCULE I & II war dem verstorbenen Freund und Wegbegleiter Peter Rehberg gewidmet. PON erscheint auf dessen Label Editions Mego und zollt der von ihr adoptierten tauben Katze Tribut, von der sich die in Frankreich ansässige Japanerin ebenfalls verabschieden musste.

In über 14 Stücken widmet sie sich wieder dem wilden Mix aus komplexer Elektronik und Dream Pop, der ihr seit ihren ersten Veröffentlichung am Anfang des Jahrtausends viele unberechtigte Björk-Vergleiche eingebracht hat. Die wohlige Wärme und entrückte Melancholie ihrer Songs bettet Tujiko in von satten Texturen und feingliedrigen Rhythmen geprägte Klanggebilde ein, durch die ihre Stimme huscht wie eine Nebendarstellerin: Sie scheint ständig zu flüstern, als würde sie sich nicht aufdrängen wollen, als wäre die auf PON erzählte Geschichte nicht ihre.

In gewisser Weise stimmt das ja auch für dieses wohltuende, tröstende Album über den Verlust.

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