Gidon Carmel 
& Kyle Morton – JOKA: Briefe aus Auschwitz

Der Singer/Songwriter setzt die Geschichte seiner Großmutter, die den Holocaust überlebt hat, in dunkelschöne Songs.

Die Joka, die JOKA den Titel gibt, hat den Holocaust überlebt. Gidon Carmel hat seine Großmutter nie kennengelernt, sie starb nach einem erfüllten Leben in Israel, bevor er dort geboren wurde. Auf ­JOKA rekonstruiert der mittlerweile in Berlin lebende Singer/Songwriter eine Lebensreise, die in Ungarn beginnt, 1944 nach Auschwitz führt und in Israel endet. Eine Reise, auf der liebe Menschen verloren gegangen sind, tausendjährige Reiche untergingen und neue Hoffnung wuchs.

Carmel stützt sich auf Briefe der Großmutter, ihre selbst geschriebene Biografie und andere Dokumente, die er eher zufällig im Keller seines Elternhauses gefunden hat. Zusammen mit dem Musiker Kyle Morton, sonst Sänger der US-Indierock-Band Typhoon, setzt er diese Geschichte um in dunkelschöne Songs, die stetig die Perspektiven wechseln, mal aus Jokas Sicht erzählen oder einen Dialog aufnehmen mit ihrem Bruder ­Robi, der im Vernichtungslager ermordet wurde.

Komplex wird die Vergangenheit aufgefächert, und durch den schwerblütigen Folk-Rock geistern entsprechend die Schatten von osteuropäischer Folklore oder klassischer Musik. Fieldrecordings ziehen zusätzlich eine bestürzend authentische Ebene ein, und so holt JOKA die abstrakte Geschichte des größten Verbrechens der Menschheit zurück in eine fühlbare Gegenwart.

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