Alewya – ZERO: Wo Kairo auf Grime trifft
Global Dance Pop, der die Null als Wissenschaftsgrundlage würdigt.
Eine äthiopische Mutter, ein ägyptischer Vater, geboren in Saudi-Arabien, aufgewachsen im Londoner Stadtteil Shepherd’s Bush: Von diesem multikulturellen Spannungsfeld geprägt, überführt die Sängerin und Musikerin Alewya afroelektronische Rhythmen und arabische Klangwelten in eine moderne, urbane Produktionsästhetik. Pop und World Music schmiegen sich entspannt aneinander, so wie das unter anderem M.I.A. auf ihren ersten beiden Alben vorgemacht hat. Obgleich Maya Arulpragsam einem anderen Kulturkreis entstammt, spürt man mitunter eine Verwandtschaft: „Levella“ etwa versprüht den Dancehall-Charme früher M.I.A.-Produktionen.
Die Songs werden von synkopierten Rhythmen vorangetrieben, Grime trifft auf World Music, World Music auf Disco („Boom Ka Ka“), EDM auf World Music („Night Drive“), traditionelle arabische Gesänge begegnen Londoner Underground Beats. Der nihilistische Albumtitel darf dabei als Hommage an Charles Seife und sein Buch „Zero“ verstanden werden: Die Null als Zwilling der Unendlichkeit und als Grundlage der Wissenschaft.
Ausdruck findet sie im finalen Song des Albums: Ausgerechnet im Titeltrack „Zero“, einem beatlosen Stück Global Soul, präsentiert Alewya ihre beeindruckenden Gesangsskills jenseits des Dancehall-Toastings. Alewya erschafft eine gut austarierte Balance aus World, Pop und Dancefloor, deren Fundament sie noch überall hinführen kann.