Adam Lambert – ADAM: Disco mit Melodieverstand

The Schwoof must go on – diesmal mit Spät-90er-Club-Sounds.

Ähnlich wie einst Freddie Mercury, dessen Platz Adam Lambert bei Queen-Konzerten seit über einem Jahrzehnt kompetent einnimmt, weiß der Sänger sich mit seinem Solomaterial stilistisch abzugrenzen. ADAM tänzelt von der Arena-Rockbühne schnurstracks in die Disco. Und so positioniert sich der 44-Jährige tanzflächendeckend zwischen einer Industrial-Light-Variante von Nine Inch Nails sowie Daft Punk, Massive Attack und Kylie.

Was das sechste Solo-Werk des ehemals bei der TV-Talentshow „American Idol“ Zweitplatzierten ausmacht, sind nicht etwa die Gastauftritte von Isaac Dunbar oder Lexie Liu. Es ist auch nicht (allein) das clever eingeflochtene Sample von ATCs „Around The World“ auf „Under The Rhythm“. Vielmehr gelingt es Lambert, ein elektronisch motiviertes Album vorzulegen, welches auch Leuten gefallen dürfte, die ihre Tanztracks gern melodisch und in Songs verpackt mögen.

Weshalb es auch völlig in Ordnung geht, dass eine überwiegend von Piano und Stimme getragene Ballade wie „Am I Okay“ zwischendrin den Seitenblick gen Broadway nicht ausspart. Auch das ist ADAM.

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