Bei den Petards gibt es keine B-Seite

Frösche knallen im Underground

Sie töten – Langeweile; sie rauben – anderen die Ruhe; sie stehlen – der Konkurrenz die Show; sie verschleppen – Vierviertel-Takte und erscheinen deshalb (hit-)verdächtig, obwohl ihre Musik nicht von schlechten Eltern stammt. Noch stehen sie in keinem Fahndungsbuch, dafür aber bei den Fans hoch im Kurs. Ihr musikalisches Image lässt zwischen Phonstärke und Fanclubs noch genügend Raum für Sound und Sentiment. Dabei demonstrieren sie ihre künstlerische Wertigkeit auf der Bühne manchmal in akustischen Werten, die nur grob gerasterte „Phonabnehmer“ noch schmerzlos /erkraften. Im Gegensatz dazu zeugen ihre Schallplattenaufnahmen von einem Ideenreichtum und einer progressiven Auffassung. Jedes Ding hat eben zwei Seiten. Mit einem Seitenblick auf ihre stetig steigende Popularität darf man feststellen, dass es bei ihnen keine Rückseite (B-Seite) gibt. Die neueste Langspielplatte der Gruppe „Hitshock“ zeichnet ein getreues Bild dessen, was – pauschal gesehen – überhaupt Sache ist. Wer die Musik der Petards stilistisch einordnen will, der sollte mit einem bandgeprägten Zitat beginnen: „Unser Stil ist keinen spezifischen Stil zu haben!“ Die Band ist stilistisch nicht festgelegt. Festgelegt ist nur die Marschroute für den Weg durch die verschiedenen musikalischen Gebiete. Mit Fuzz und Feedback, mit Trebleboosters. Verstärkern, Speakern und anderem elektronischen Gedöns werden Fussangeln wie Kompromissbereitschaft, Karrieresucht und Kopiermanie achtlos beiseite geschafft. Im deutschen Beatgeschehen wollen sie weder Schaum noch Krach – nur einschlagen.

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