Rock gegen Rechts – Das Festival der Zukunft?

Fast 50.000 Rockfreaks und Nazigegner trafen sich zum „Rock gegen Rechts – Open Air“ in Frankfurt. Diese in der BRD bislang größte nichtkommerzielle Freiluftveranstaltung vereinigte in lockerer Atmosphäre linke Gruppen, Umweltschützer und Leute, die sich gegen die Diskriminierung von Minderheiten einsetzen. Da diese Veranstaltung vor dem Hintergrund einer ursprünglich geplanten NPD-Kundgebung stattfand und von polemischen Stellungnahmen begleitet wurde, rechnete eigentlich niemand damit, daß diese Demonstration gegen den wiedererwachenden Faschismus in einer derart entspannten Atmosphäre über die Bühne gehen würde.

Udo Lindenberg, dessen Teilnahme bei der ersten Rock gegen Rechts-Veranstaltung (ausgerichtet von der linksdoktrinären Zeitschrift „Elan“) wegen verschiedener Kommunikationsschwierigkeiten mit dem Veranstalter ins Wasser fiel, war diesmal umso intensiver dabei. Eine riesige Resonanz fanden die Gebrüder Engel mit ihrem anti-Bildzeitungssong „Klau, lies und kotz!“ und mit der öffentlichen Verbrennung jener Springer-Gazette: das Publikum verlangte spontan eine Zugabe und ließ reichlich Papierschnipsel regnen.

Es rockten außerdem: die Frankfurter Band Octopus (deren Claus D. Niemeyer das Festival mitorganisiert hatte), die Londoner Reggae-Band Misty, die österreichischen Schmetterlinge, Missus Beastley, der Jazzgitarrist Michael Sagemeister, die Frankfurt City Blues Band, die Straßenjungs, das „linksradikale Blasorchester“, die Bots aus Holland und als gelungener Abschluß Rockclown Mani Neumeir mit der Guru Guru Sunband. Der „Spiegel“ (na, endlich aufgewacht?) wertete dieses positive Festival immerhin als möglichen Beginn einer neuen Jugendbewegung.

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