They Might Be Giants – Hamburg, Markthalle

Sowas passiert uns eigentlich nur in New York – Auftritte, bei denen viel schiefgeht. Dabei bemühen wir uns jetzt schon seit fünf Jahren, unseren Set richtig schön slick zu machen. Andererseits kommen diese disaströsen Auftritte immer am besten an“, kommentierte John Linnell, Akkordeon-spielende Hälfte des New Yorker Duos den Abend.

Man hatte das Publikum ins Foyer der Markthalle gebeten – die nur rund 200 zahlenden Zuschauer hätten sich in der eigentlichen Halle auch ziemlich verlaufen. Dort im Vorraum jedoch wurde es so richtig urgemütlich, und als John Linnell im ersten Stück nach wenigen Takten der Akkordeon-Gurt riß, hatte sein Partner John Flansburgh die Gelegenheit, mit ein paar schnellen Witzen die Zwangspause zu überbrücken. Das Publikum reagierte begeistert und die Stimmung stieg noch, als ein Song von Linnell nach der Hälfte abgebrochen wurde, weil ihm auffiel, daß er vergessen hatte, das Akkordeon in den Verstärker zu stöpseln. Gesang, Gitarre und Akkordeon wurde live gespielt, den Rest spielte Roadie. Mixer, technischer Ratgeber, väterlicher Freund und Mädchen für alles Bill Krauss vom Band ein. Dennoch wirkte diese eigentümliche Mischung aus Sixties-Pop, Country und hypermodernen Sample-Sounds aufregender, lebendiger und weniger statisch als die gängige, live gespielte Rockmucke.

Wer nach den diversen Zugaben immer noch nicht genug hatte, wurde auf „Dial-a-song“. den Telefonservice von Thev Might Be Giants verwiesen: Unter der US-amerikanischen Telefonnummer 718 387 6962 kann man jeden Tag einen anderen TMBG-Song hören,“.umsonst, wenn ihr von euren Eltern oder eurem Arbeitsplatz aus anruft“, wie John Flansburgh dann noch vorschlug.

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