Helden – Die Rambo-Krise

Der größte Verlierer des Golf-Krieges (nach Saddam Hussein) heißt Sylvester Stallone. Glaubt Hollywood. Der "Wüstensturm" hat jedenfalls diverse Filmprojekte über den Haufen geblasen.

Was macht ein amerikanischer Soldat, der aus dem „Wüstensturm'“ gesund nach Hause zurückkehrt? Er geht früher oder später ins Kino. Wenn er dann zum Beispiel Sylvester Stallone in „Rambo III“ durch die Wüste wirbeln sieht, dann wirkt diese Hollywood-Idee vom Krieg plötzlich nur noch lächerlich. Hunderttausende von Gls wissen aus eigener Erfahrung, daß die Realität des Krieges ganz anders aussieht.

Während die ganze Welt CNN verfolgte, um zu erfahren, wie es am Golf weitergeht, stellten die US-Filmbosse noch vor dem Fernseher Hochrechnungen für den Kinosommer ’91 an. Prognose: miserabel. Der Kriegsfilm und sein ziviler Bruder, das Action-Genre, dürften nach allen Erfahrungen bis auf weiteres nicht laufen. Grund: Zu unglaubwürdig. Dummerweise hat Hollywood für die kommende Saison voll auf Action gesetzt.

Problemfall h Alle Filme mit hübschen Milchbubis wie Michael J. Fox (demnächst: „The Hard Way“) oder Charlie Sheen (z.B. „Navy“Seals“), die den starken Mann markieren, als Kriegshelden aber eine glatte Fehlbesetzung sind.

Problemfall 2: Sylvester Stallone, der nach mißglücktem Image-Wandel (Nickelbrille, Intellektuellen -To u c h etc.) plötzüch auch kein Action-Projekt mehr so richtig auf die Reihe kriegt. Stallone, so die Cracks der Casting-Firmen, verkörpert zu sehr die Ideale der Reagan-Ära der Vorkriegszeit.

Problem gelöst: Arnold Schwarzenegger. Anders als Stallone, der als der größte Verlierer des Golf-Krieges (nach Saddam Hussein) gilt, gelang Schwarzenegger eine glänzende Image-Korrektur: Ohne viel Zutun konnte sich Arnie als Komödiant (z.B. „Kindergarten Cop“) etablieren.

Fragt sich nur, ob das die Produzenten des mit 100 Millionen Dollar Kosten teuersten Films aller Zeiten komisch finden: „Terminator 2“. Mit Arnold Schwarzenegger.

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