The Police

Regatta De Blanc (1979)

Auf „Regatta De Blanc“ bringen die drei Blondgefärbten zur Blüte, was sie auf ihrem Debüt „Outlandos DAmour“ ein Jahr vorher angekündigt hatten. Die halbherzigen Punk-Einflüsse (sowieso mehr Masche als Manie gewesen) geben sie weitgehend auf, Stings Pop-Instinkt bestimmt die Richtung noch stärker als vorher. Der eigenwillige Stil jedes einzelnen Polizisten läßt nun noch weniger als zuvor Rücksicht auf die herrschenden Konventionen zu: Andy Summers verzichtet nun fast völlig auf herkömmliches Solo-Spiel und experimentiert lieber mit Echoeffekten und weist einer neuen Generation von Gitarristen den Weg in eine dudelfreie Zukunft. Sting glänzt mit den knappen Baßfiguren, die zum Markenzeichen von Police werden, und dreht im Team mit Stewart Copeland jeden Rhythmus zwischen Rock und Reggae dreimal um, bis er zum Ausnahme-Groove wird. Zwischen Häme (.,On‘ Any Other Day“) und Einsamkeit („Message In A Bottle“) findet Sting zu seinem Lyrik-Stil und textet poetischer und melancholischer als zuvor (und ein letztes Mal. ohne zwanghaft ein gutes Buch zum Thema machen zu müssen). Copeland setzt den aggressiven Gegenpol und drischt in die Felle, als wären es Feinde. Da sich Stings Repertoirepflege im Konzert inzwischen auf die Knüller beschränkt („Message In A Bottle“, „Walking On The Moon“ und „Bring On The Night“), vergißt man leicht, daß die restlichen acht Songs dieser Platte nicht schlechter sind: Von „Bring On The Night“ bis „The Bed’s Too Big Without You“ schaffen es Police, atmosphärisch, erfindungsreich und kunstvoll zwischen sperrigen Arrangements und Ohrwurm-Refrains auszubalancieren. Zwar dürfen Song-Perlen wie „Roxanne“ oder „So Lonely“ vom Vorgängeralbum in keiner guten Pop-Sammlung fehlen. Dennoch bleibt „Regatta De Blanc“ erste Wahl, schließlich verdankt die Welt dieser Platte auch zwei neue Worte im Vokabular der Popgeschichte: „Tscha!“ und „Hioohioohioojo!“

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