Ramones – Ramones

Waren die Sex Pistols das Flaggschiff des britischen IPunk, so repräsentieren die Ramones die uramerikanische Ausprägung. Anders als die Europäer kultivierten die US-Rocker von Anfang an viel intensiver ein satirisches, comic-haftes und intellektuelles Element in ihrer ohnehin schlankeren Deutung des Genres. Die sprichwörtlichen drei Akkorde jedenfalls setzen die vier Ramones so effizient wie niemand sonst ein, und ihr Debüt von 1977 ist eines der konzentriertesten Rock-Destillate aller Zeiten. Die Texte pendelten zwischen banal-entwaffnender Direkheit und subtiler Ironie. Der erste Ramones-Song „Blitzkrieg Bop“ entfesselte Programm und Senkrechtstart. Die Fähigkeit der Ramones, alle menschlichen Leidenschaften und Sehnsüchte auf das umfassende „I Wanna“ zu focussieren. war schlicht umwerfend. Dadaistische Lautmalereien wie „Gabba Gabba Hey“ stehen inzwischen längst in der ewigen Lyric-Hall Of Farne neben Gene Vincents „Be-Bop-A-Lula“. Mit Gefühlen hatten die Ramones überhaupt keine Probleme: „I Wanna Be Your Boyfriend“ – kann man das treffender sagen? Pop in seiner schärfsten Form.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.