Tom Waits

Swordfiditrombones (1983)

43 Seltsamer Titel, „Schwertfischposaunen“. Ist das ein Instrument, das stinkt — oder ein Fisch, der ins Hörn stößt? Und erst das Cover — Figuren wie aus einem Fellini-Film! „Underground“ heißt das erste Stück, und irgendwas krächzt „Raule Big Black Bones in the Danger Zone“. Und dann setzt eine Geräuschkulisse wie in einer Müllverwertungsanlage ein: Plink-Blonker-Plang! „Swordfishtrombones“ ist ein Schock. Vor allem für denjenigen, der Tom Waits bislang nur als den „Lonesome Wolf“ in der Pianobar kannte, wo er mit seiner bourbongeschwängerten Reibeisenstimme sieben wunderschöne Alben (plus zwei Kompilationen) lang laut vor sich hinsinniert hatte. Und jetzt klingt er auf einmal wie ein durchgeknallter Trödler, der sich seine Instrumente auf dem Schrott holt, durch irgendwelche Tröten singt (singt?) und dabei recht debil auf allen möglichen Pötten und Pfannen herumschlägt. Und „Swordfishtrombones“. verkündet Tom Waits. sei erst der Anfang, der erste Teil einer Trilogie namens „Franks Wild Years“. Die beginnen damit, daß besagter Frank eben jene wilden Jahre an den Nagel hängt, den er soeben seiner Frau durch die Stirn getrieben hat. Waits erzählt immer noch von Outlaws und Outcasts der amerikanischen Großstädte. Nur, daß er ihnen jetzt auch die passende Musik komponiert hat — schräge Klangcollagen, die beim zweiten Hinhören längst nicht mehr so rätselhaft sind wie beim ersten Mal.“.Swordfishtrombones“? Hat Tom Waits aus einem Alphabet-Bilderbuch seiner Tochter: Da war auf der linken Seite ein S-wordfish. auf der rechten eine T-rombone. So einfach kann die Welt sein.

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