Interaktives Chaos

„Ich bin weiß Gott kein Technologie-Freak“, entschuldigt sich Herbert Grönemeyer vorsichtshalber beim dogmatischen Müsli-Anteil seiner Anhängerschaft, „ich gehe da ziemlich naiv ran.“ Grund für Herberts Gefühls-Chaos: Er veröffentlichte als erster deutscher Musiker einen Teil seines aktuellen Albums auch als CD-ROM. Diese Scheibe sieht aus wie eine herkömmliche CD, kann aber im entsprechenden Laufwerk an einem IBM-kompatiblem PC mehr als nur die drei Songs abspielen. „Interaktiv“ — das zentrale Verkaufsargument der CD-ROMs — ist „Chaos“ aber nur bedingt: Auf Herberts CD-ROM sind drei Songs, deren Videos und Texte man sich synchron zur Musik am Computer-Bildschirm abrufen kann. Mehr Arbeit bekommt die Computer-Maus bei Billy Idols Digital-Paket „Cyberpunk“: Die beigepackte Diskette (nur in den USA erhältlich) enthält ein interaktives kunterbuntes Grafik-Info mit kurzen Musik-Samples. Die nächste Generation interaktiver CDs wird dagegen von Konzept-Künstler Todd Rundgren eingeläutet: Sein Produkt „No World Order“ (läuft nur auf Philips CD-I) erlaubt weitgehenden Eingriff in die Songs — über eine Million Musik-Variationen können durchgespielt werden. Peter Gabriel wird mit der CD-ROM „XPIora“ zum Jahresende ähnliche Vielfalt anbieten.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.