Tilman Rossmy – Liebes- lieder mit Country-Flair

Mit Liebesliedern, noch dazu deutschen, ist das so eine Sache: Der Grad zwischen peinlichem Kitsch und treffender Lyrik ist schmal, überall lauern schmierige Klischeefallen, und eh man sich’s versieht, ist man ‚reingetappt. Tilman Rossmy (37) ist einer, der zielsicher die richtigen Wörter zu den richtigen Tönen trifft. Nach vier Alben mit seiner ex-Band Die Regierung macht sich der Wahl-Hamburger jetzt daran, das perfekte Liebeslied zu schaffen. Und peinlich ist rein gar nichts auf seinem Solodebüt ‚Willkommen Zuhause‘. Mal erzählt er von Frauen mit Romy Schneider-Augen, mal besingt er ausgezogene Body Count-T-Shirts. Seine feinen Beobachtungen gießt Rossmy in griffige Drei-Minuten-Songs, wobei er sich nicht scheut, mit einem deftigen Schuß Country nachzuwürzen. Sollte darüber jemand die Nase rümpfen – Rossmy schert sich einen Dreck darum: „Es ist dummes Zeug, daß Deutsche keine Country-Songs schreiben sollten. Mir sind Johnny Cash oder Willie Nelson emotional nun mal näher als Blumfeld oder Tocotronic.“ Ein musikalischer Einzelgänger, dessen Ouevre sich kaum mit dem anderer Songwriter vergleichen läßt. Denn wie gesagt – gute deutsche Liebeslieder sind rar.

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