Nach langer Pause meldet Nicolette sich mit perfekter Techno-Eleganz zurück

Das einzige, was mich immer weitergebracht hat, ist blindes Selbstvertrauen“, meint Nicolette. Die 31jährige Nigerianerin mit britischem Wohnsitz hat nach vierjähriger Plattenpause mit ‚Let No One Live Rent Free In Your Head‘ nun ihr zweites Soloalbum veröffentlicht. Wie schon auf ‚Now Is Early‘ (1992) gelang ihr auch diesmal eine exklusive Fusion von elegantem Jazz-Gesang und neuzeitlichen Elektronikklängen, eine gesampelte Schreibmachine inklusive.

Nicolettes vorübergehendes Verschwinden von der Szene steht im Zusammenhang mit der Pleite ihres einstigen Labels ‚Shut Up And Dance‘, das wegen unerlaubten Samplings Konkurs anmelden mußte. Den Ärger allerdings hat Nicolette längst überwunden und erzählt sogar, „daß ich mich ohnehin verändern, auch mal mit anderen Produzenten als mit P.J. und Smiley arbeiten wollte“. Einziges musikalisches Lebenszeichen der Sängerin blieben jedoch vorerst jene zwei Tracks, die sie 1994 zum ‚Protection‘-Album von Massive Attack beisteuerte. Inzwischen jedoch ist Nicolette wieder auf einem kompletten Album zu hören, und die Reaktionen auf diese Platte sind durchweg positiv. Kein Wunder, denn mittlerweile zählt Nicolette zum ‚Talking Loud‘-Label von Gilles Petersons, der die Sängerin bei sich aufnahm, ohne groß am techno-orientierten Sound der eifrigen Club-Besucherin herumzubasteln.

„Die einzige Sicherheit ist die Freiheit“, lacht Nicolette, die in London, Lagos und Paris gelebt hat: „In Paris hatte ich kaum Geld. Und heute werde ich als Star gehandelt. Es kommt eben, wie es kommt.“

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