Apollo 440, München, Incognito

Kann das denn gutgehn? Apollo 440 als Liveband, die ihre wildvirtuos zusammengemixten Tracks auf der Bühne nachspielt? Es kann! Die drei Briten beherrschen nämlich nicht nur Sampler und Computer, sondern auch richtige Instrumente. Außerdem haben Noko und die Gray-Brüder ihre Apollo-Besatzung für die Bühne auf stolze acht Mann vergrößert. Den Kern jedoch bildet die Stamm-Mannschaft. Während Noko die Gitarre übernimmt, setzt sich Travor Gray ans Keyboard. Nur Howard hält sich im Hintergrund. Er kümmert sich als Dubmeister um den Sound. Den Auftakt macht die rhythmische Single „Krupa“. Doch die Reaktion des Publikums ist eher verhalten. Ruhigere Titel wie „Electro Glide In Blue“ hingegen lassen die Konzertbesucher auftauen. Langsam aber sicher kommt Bewegung in die Menge. Gegen Ende der Show herrscht gar eine ähnliche Stimmung wie auf dem Dancefloor. Bei „Ain’t Talkin‘ Bout Dub“ gibt die Apollo-Crew noch einmal maximalen Schub. Noko greift wie besessen in die Saiten, Sänger Mary Mary ruft „Rockers to Rockers, Ravers to Ravers“ – und der Saal tobt, (dmr) Porno For Pyros mag, wird bestens bedient. Im Grunde aber ist diese Show ein Fest zu Ehren des griechischen Weingottes Dionysos – mit Perry Farrell (der in rasanter Weise Rotwein schluckt) als Vortänzer und den leichtgeschürzten Mädels als rasende Mänaden. Unterhaltsamer Abend.

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