Klang statt Krach

Mit dem alten Sound von Seattle haben Citizens' Utilities nichts am Hut.

Das Quartett auf Seattle fühlt sich dem alternativen „American Dream“ verpflichtet, dem Lebensgefühl des Beat-Poeten Jack Kerouac. Moment mal, Seattle? Da fühlt man sich geradezu gezwungen, die Musik der Citizens‘ Utilities nach Grunge-Einflüssen zu durchforsten. Ein vergebliches Unterfangen, wie man den Worten von Gitarrist Chad Shaver unschwer entnehmen kann: „Ich habe all die Bands gesehen, die hier gespielt haben-es war ein Haufen lärmender Leute mit einem schreienden Kerl in der Mitte.“ Shaver konnte sich partout nicht mit der damaligen „I hate myself and I want to die“-Attitüde anfreunden, denn seine Wurzeln liegen im fröhlich-swingenden Rockabilly. Auf dem Album NO MORE MEDICINE aber gehen die Citizens‘ Utilities auch darüber weit hinaus, verbinden zuckersüße Pop-Harmonien mit Free-Jazz, blues-getränkten Country mit Punkakkorden und unterziehen die traditionelle US-Popmusik auf diese Weise einer belebenden Frischenzellenkur.

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