Mit Beats, Vibes und viel Mut preßt Junkie XL Technotöne ins Song-Format

Techno-DJs beziehen sich gerne auf Kraftwerk oder Can. Nicht so Tom Holkenborg aus Amsterdam. Der einstige Jura-Student kommt nämlich aus dem Punk-Rock, verfiel dann der Elektronik und verband beides zu einem innovativen Stilmix. Wie einflußreich sein ’97er Debüt „Saturday Teenage Kick“ wirklich war, zeigte sich allein darin, daß plötzlich selbst The Prodigy auf Gitarren setzten-und Junkie XL ins Vorprogramm ihrer Europa-Tour holten. Neue Ansätze hat Holkenborg beim psychedelischen Sixties-Pop der Beatles und Byrds gefunden, bei denen er vor allem den Mut zum wilden Experimentieren schätzt: „Die heutige Musik ist einfach zu statisch. Auf den alten Platten passiert dagegen viel mehr. Hör dir nur das weiße Album der Beatles an – die Songs sind so unterschiedlich und passen doch perfekt zusammen.“ Diese Erkenntnis hat Holkenborg nun für sein zweites Album (‚Big Sounds Of The Drags‘) adaptiert. Denn was im Britpop funktioniert, klappt bei ihm schon lange. Und so darf sich der clevere Holländer einmal mehr als Pionier feiern lassen: Er preßt Technotöne ins Song-Format und grinst der Konkurrenz ins Gesicht.

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