Ein Tag im Leben: John Lennon liest die Zeitung.

Am 17. Januar 1967 erscheint die englische Tageszeitung „Daily Mail“ mit zwei Randmeldungen. Zum einen ist da der Bericht des Gerichtsmediziners über den Tod des Millionenerben Tara Browne, der einen Monat zuvor mit seinem Sportwagen in London verunglückt war. Zum anderen eine launige Notiz über eine Untersuchung, nach der die Straßen in der Gemeinde Blackburn, Lancashire ganze 4000 Schlaglöcher aufwiesen, „ein sechsundzwanzigstet Loch pro Einwohner“, wie der verantwortliche Statistiker vorrechnet. Nicht eben die Headlines des Tages, doch finden sie Verewigung in der Popgeschichte: Zwei Tage später beginnen die Beatles in den Abbey Road Studios mit den Aufnahmen zu „A Day In The Life“, und für seine Strophen des Songs lässt sich John Lennon von der „Daily Mail“ inspirieren. Den Tod von Hipster Browne, den er persönlich kannte, sieht lennon auf ein Spektakel für eine abgestumpfte Öffentlichkeit reduziert, die 4000 Löcher in Blackburn scheinen ihm hinreichend bizarr, um damit den erklärten „turn-on song“ abzurunden, nicht ohne den surrealen Zusatz „now they know how many holes it takes to fill the Albert Hall“. Ja, wie viele denn nun eigentlich? Geht man von 5266 Sitzplätzen in der Londoner Royal Albert Hall und dem Pro-Kopf-Löcheraufkommen in Blackburn aus, wären es 202einhalb. Gut, dass wir endlich nachgerechnet haben.

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