Verschwörung in Köln

Kein Banner heute. Zumindest keins, mit dem die (International) Noise Conspiracy politisch Position bezieht. „Capitalism is organized crime“ las es sich sonst im Bühnenhintergrund, wo heute der Titel des noch unveröffentlichten Albums steht: armed love. Dem entnommen sind denn auch die meisten Songs der nächsten Stunde. Was gut so ist, weil sich der neue, rauere Rock’n’Roll der Noise Conspiracy schier euphorisierend auf das Publikum auswirkt. „Ich hoffe, ihr habt eure besten Tanzschuhe mitgebracht“, feixt Dennis Lyxzen, und dann rollen die Drums los, hinein in den alles überstrahlenden Mitmüsser der neuen Platte, „The Way I Feel About You“. Wenn das mal nicht der tollste, hymnischste, glücklich machendste Punksong des Sommers wird. Zum Mitsingen gibt es hernach noch ein paar alte Stücke. Und „Capitalism Stole My Virginity“ als Appetizer auf die am Merchandise-Stand erhältliche Sekundärliteratur: Bücher über Anarchie und den nötigen Kampf gegen die Globalisierung.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.