Blues Explosion MĂĽnchen. Muffathalle

Das war schon ein manisches Rock 'n 'Roll-Spektakel. Nur hat einer vergessen, auf den Lichtschalter zu drĂĽcken.

Wo ist das Licht? Normalerweise ist das Licht ja nicht unbedingt ein so wesentlicher Einfluss, der ĂĽber die Qualität eines Konzertes entscheidet. Aber was an diesem Abend in der Muffathalle abgeht, schlägt aufs GemĂĽt wie der skandinavische Winter. Drei herbstlich gekleidete Menschen geben im diffusen Halbdunkel eine Rock’n’Roll-Show fĂĽr sich selber – das Publikum unberĂĽhrt und teilnahmslos. Und wenn s dann mal fĂĽr den Bruchteil einer Sekunde heller wird, wird der Blick frei auf ein handgestricktes Banner auf dem „Blues Explosion“ geschrieben steht, damit auch jeder weiĂź, dass er bei der richtigen Band ist. Das ist offenbar Teil des Konzepts der“.neuen “ Blues Explosion, ohne Jon Spencer im Namen, von wegen, „wir sind jetzt eine richtige Band“, „niemand soll im Vordergrund stehen „und ähnlichem Hippie-Geschwafel, das Spencer zur Veröffentlichung des aktuellen Albums damage losgelassen hat. Anonymisierung durch Energie sparen. Toll. Wir erinnern uns an Spencers letzten Besuch am selben Ort. Da war er noch der Star, ein Scheinwerferspot setzte seine Freakout-Manierismen ins richtige, äh, Licht. Der manische Rock’n’Roller, der im feuerroten Hemd einen auf Elvis, circa 1956 macht. Nicht, dass Spencer, Judah Bauer und Russell Simins heute weniger manisch bei der Sache wären. Da wird das Mikrofon gefressen, gegluckst, gegurgelt, sich verrenkt, in die Luft gesprungen, da treten Spencer und Bauer zu giftigen Gitarrenduellen an, da wird der Songkatalog der IJon Spencer) Blues Explosion, dieses wunderbare Amalgam aus Rock’n’Roll, Blues und Soul auseinandergenommen, dass es eine mittlere Freude ist. Nein, Jon Spencer ist ja ein Guter, und er hat eine gute Platte gemacht, von der er auch viele Songs spielt, was die verdammte Pflicht einer Band ist, die kein Las-Vegas-Act sein will. Gutes Konzert, aber beim nächsten Mal bitte an Bertolt Brecht denken:

„Und die einen sind im Dunkel. Und die andern sind im Licht. Und man sieht die im Lichte. Die im Dunkel sieht man nicht.“

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