Tortoise – Millions Now Living Will Never Die

Nach dem Rock, der damals Grunge hieß, kam der Post-Rock, eine downtempo Mischung aus Rock-Instrumentierung und jazziger Attitüde, die alle möglichen Einflüsse aus abenteuerlustigen Genres aufsaugte: Krautrock, Minimalismus, Ambient, Dub und Electronica. Tortoise waren, wenn man so will, die Nirvana des Post-Rock und ihr zweites Album MILLIONS NOW LIVING WILL NEVER DIE das durchdachteste und am ausgefeiltesten konstruierte Album der Band aus Chicago. Wer nicht weiß, wie Post-Rock klingt, soll sich „Djed“ anhören, den knapp 21-minütigen Opener und das Herzstück des Albums, das mit Easy-Listening-seligen Vibraphon-Parts, mantrahaften Neu!-Beats und kakophonischer Dekonstruktion die Geschichte eines Genres erzählte, das eigentlich keines war. Hier kam alles zusammen, bis alles verschwamm: Indie- und Post-Rock und Scratch’n’Cut-Electronica; und neue Horizonte taten sich auf für eine Musik-Ästhetik, die vollkommen scham- und schrankenlos alles miteinander vermischte, was zu vermischen war.

Produzent: John McEntire

Beste Tracks: „Djed“, „Glass Museum“, „Along The Banks Of Rivers“

What’s the story? Für MILLIONS NOW LIVING… entdeckten Tortoise das Studio als Instrument. Allein „Djed“ durchlief 15 verschiedene Phasen des Mixens und der Nachbearbeitung.

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