Last Night A DJ- Zelt Saved My Life

Man kann ja von „Kultursponsoring“ halten, was man will, aber die paar zehntausend Euro, die ins „CokeDJ-Zelt“ bei Rock am Ring geflossen sind, waren gut investiertes Geld. Die Idee, einem Rock-Festival mit einem mehrheitlich elektronisch orientierten Mini-DJ-„Event“ eine neue Farbe zu verleihen, kam an bei der Rock-Crowd. Beim Old-School-HipHop-Set von Afrika Bambaataa zum Beispiel war das Zelt so brechend voll, daß niemand mehr hereingelassen wurde. Chicks On Speed legten ein schnuckeliges Electro-Clash-Set hin, inkl. einem Remix von „FunkyTown“ von Lipps Inc. Es war laut, schweinelaut. Wahrscheinlich, um die Kollegen vom „Metal Hammer“ zu übertönen, die aus ihrer Monsteranlage im Nachharzelt mit 150 dBA ihre satanischen Weisen herausbliesen. Ellen Allien & Apparat spielten ein post-raviges „Live“-Set. So live elektronische Musik halt sein kann, die aus dem Apple-Powerbook kommt. Und James Murphy von LCD Soundsystem gestaltete sein Set sehr House-orienriert. Daß die Mehrheit der ZeltbesucheT sich wahrscheinlich überhaupt nicht darüber bewußt war, wer da hinter den Decks stand, lag nicht hauptsächlich daran, daß sie zuviel MDMA und „Coke“ im Blut hatten. Es ist ja meistens so bei Clubnächten. Hauptsache, es macht bummbumm.

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