10 The Filth & The Fury

2000; Regie: Julien Temple

20 Jahre nach „The Great Rock’n’Roll Swindle“ kehrte Julien Temple, mittlerweile renommierter Filmemacher, zu seinen Wurzeln und den Sex Pistols zurück, um der großen Lüge die Wahrheit folgen zu lassen. Wer die letzten 30 Jahre verschlafen hat, muss nicht viel mehr gesehen haben als diese Doku, um die Sprengkraft von Punk, die Einzigartigkeit der Pistols und den Grund für ihren fortwährenden Einfluss zu begreifen. Brillant montiert Temple Archivaufnahmen, Interviews und Konzertsegmente, die in ihrer Wirkung mehr als nur dokumentieren. Sie transzendieren ihr Thema und ermöglichen ein Verständnis, das über biografische Eckdaten weit hinaus geht: „The Filth &the Fury“ ist auch ein Film über die Verlogenheit der herrschenden Klasse, über Worte als Waffe, die ein ganzes Land in Aufruhr versetzen. Alles weitere übernehmen die Band und „Anarchy in the UK“. Szenenapplaus: Johnny Rotten erzählt über Sid Vicious: „Ich kann nur sagen: Ich habe es mit einem ganzen Land aufgenommen, aber ich konnte es nicht mit einem Heroinabhängigen aufnehmen.“ Und dann wischt sich der Staatsfeind Nummer Eins verstohlen eine Träne aus den Augen.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.