Amon Düül wurden verdächtigt

Unsanft aus dem Schlaf geweckt wurden kürzlich die Mitglieder der progressiven deutschen Gruppe Amon Düül, deren Doppelalbum „Yeti“ derzeitig grosse Triumphe feiert. In den frühen Morgenstunden, zu einer Zeit, da bei normalen Menschen noch nicht mal die Wecker geklingelt hatten, wurden die Amon Oüül von 24 Polizisten aus den Betten geholt! Die Beamten starteten eine dreistündige Suchaktion durch das ganze Haus, während die Musiker alle zusammen in ein kaltes Zimmer geschickt wurden. Vor der Tür wachte ein Polizist mit Maschinenpistole. Der ganze Spuk bezog sich allerdings auf einen sehr vagen Verdacht: Amon Düül sollten beteiligt oder zumindest mitwissend an irgendwelchen Sprengstoffattentaten in München gewesen sein. Die entrüsteten Popmusiker wollten das Zimmer verlassen und wurden daraufhin mit Gummiknüppeln zur „Vernunft“ gebracht. Es schien überhaupt recht vandalistisch zuzugehen an diesem Morgen. Nach Aussagen der Amon Düül liefen die Polizisten mit Schuhen über die Betten, warfen Kleidungsstücke durchs Zimmer und gaben, nachdem sie augenscheinlich keine verdächtigen Hinweise finden konnten, nicht einmal ihre Namen oder Nummern an. Doch auch nachdem die Beamten die Gruppe jetzt von jeglichem Verdacht freisprechen mussten, hielten sie es nicht etwa für angebracht, sich für das böse Treiben zu entschuldigen. Warum werden in unserem Land Popmusiker behandelt wie Untermenschen?

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