Aus dem Keller in Charkiw: Joko & Klaas holen die ukrainische Band Selo i Ludy ins Wohnzimmer

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Im Zuge ihrer Fernsehsendung „Joko & Klaas gegen ProSieben“ haben die beiden Entertainer Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf immer wieder die Gelegenheit, 15 Minuten Sendezeit frei zu füllen. Was dabei rauskommt, ist sehr unterschiedlich. Mal albern die beiden nur rum, mal richten sie den Blick auf gesellschaftliche Missstände. Diesmal ging es um ein Thema, das momentan allgegenwärtig, aber manchmal trotzdem schwer zu fassen ist: den Krieg in der Ukraine.

Direkt aus dem Keller in Charkiw

Dabei machten Joko & Klaas keineswegs den Fehler sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, sondern überließen die Bühne anderen: den Mitgliedern der ukrainischen Folklore-Pop-Band Selo i Ludy, die seit Wochen zusammen mit vielen anderen in einem Keller in der Frontstadt Charkiw in Angst vor den russischen Bomben ausharrt. Ungefähr 1600 Kilometer von Berlin entfernt spielte die Band einige Songs, visuell untermalt mit Bildern aus dem spärlich eingerichteten Bunker mitten im Kriegsgebiet.

Alexander, der Sänger der Band, hält zwischen den Songs inne, um von der Situation von Charkiw zu sprechen, die für so viele in Deutschland vor kurzem noch völlig unvorstellbar erschien. Sie selbst hätten vieles aber bereits vor langer Zeit kommen sehen, den Keller wählten sie aus Sicherheitsgründen schon vor dem Krieg als Proberaum aus: „Uns war schon ziemlich klar, wie sich das hier alles entwickeln würde.“

Selo i Ludy: Eines Tages live in Deutschland?

Gegen Ende verspricht Alexander, dass er und seine Band versuchen werden am Leben zu bleiben, auch um eines Tages nach Deutschland zu kommen und hier live zu spielen. Nach dem Krieg. „Wir geben unser Bestes, dass es so kommt.“ Und dann spielt die Band zum Abschluss „Space Oddity“ von David Bowie, bevor die fünfzehn Minuten vorbei sind und in weißen Buchstaben auf schwarzen Grund der Hashtag #StandWithUkraine erscheint. So endet ein emotionaler Fernsehmoment, der es schafft die Ukraine und ihre Bewohner*innen ganz nah erscheinen zu lassen.


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