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Berghain: Würde es den Club auch ohne DJs wie Ben Klock geben?


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Die Namen „Ben Klock“ und „Berghain“ bilden eine so enge Begriffskette wie sonst nur „Nikolaus“ und „Weihnachten“

Jeder Clubber auf der Welt liebt das Berghain zurecht, ob er nun selber schon mal da war oder nicht. Und spätestens wenn er schon mal einen Sonntag dort verbringen durfte, liebt er wahrscheinlich auch Berghain-Urgestein Ben Klock, dem es mit seinen düsteren Deep-House-Sets mit „Leichtigkeit“ gelingt, seine Anhängerschaft auch „ruhig“ mal zehn Stunden am Stück auf Trapp zu halten.

Das Berghain ist und bleibt der einzige Club, in den man gehen mag. Seit der Eröffnung im Jahr 2004 führt kein Weg um das ikonische alte Heizkraftwerk am Wrienzener Bahnhof herum – wenn auch für viele keiner hinein. Das gilt für ravende Touristen aus Südeuropa genauso wie für „hainelnde“ Enthusiasten elektronischer Musik und erst recht für muskulöse Homosexuelle mit exhibitionistischem Drang. Letzteren gehört der Club nämlich eigentlich. Denn mit seinen Wurzeln als Neueröffnung des legendären Ostguts (1998-2003), folgt das Berghain der Tradition jener 90er-Jahre-Darkroom-Fetisch-Clubs, die in erster Linie echte „Herrenpartys“ waren.

https://www.youtube.com/watch?v=KfX-NM7a7d0

Von einer Man-Only-Subkultur zum Everyones-„Best Club in the World“

Auch damals mischte Ben Klock schon eifrig mit und veröffentlichte neben den zwei anderen Berghain-Olympiaden Marcel Dettmann und Cassy auf dem hauseigenen Label „Ostgut Ton“ seine ersten eigenen Tonträger. Klocks Erstling ONE (2009) presste dann auch gleich den Stil des Clubs auf einer Platte zusammen. Zwischen schmetterndem Metallsplitter-Techno und frösteligem Dub-Tech mischen sich hierauf süßliche Melodiengeflechte zu einem einzigartigen Sound, dessen reduzierte Komposition sowohl Minimal-Elemente à la Kompakt Records, Ambient-Flächen wie bei „Boards of Canada“ als auch das Beste aus der Detroit-Techno-Schule rund um Robert Hood und Carl Craig in sich vereint.

Seine Berghain-Sets dürfen allerdings etwas schranziger sein. Man kann einen Unterschied zwischen seiner Arbeit als Künstler und jener als Berufs-Entertainer auf der umnebelten Bühne das Berghain-Floors ausmachen. Vergleicht man die Menge seiner Auftritte mit der Liste seiner Veröffentlichungen – neben ONE im Langspielbereich nur noch das 2012 veröffentlichte Album RA.EX123 BEN KLOCK  – erkennt man schnell, dass sein Fokus nach wie vor auf Live-Auftritte gerichtet ist. Das hat ihn allerdings nicht davon abgehalten, 2006 sein eigenes Label mit dem Namen „Klockworks“ zu gründen. Auf diesem beweist er die Vielfältigkeit seines persönlichen Musikgeschmacks, wenn er so unterschiedlichen Künstlern wie Trevino, DVS1 und Etapp Kyle die Möglichkeit eröffnet, von jungen Talenten zu echten Größen der Szene zu avancieren.

Als Weltstar kann man den Wurzeln auch treu bleiben

Heute, in Zeiten wo DJs Rock- und Popstars in Sachen Popularität lange abgelöst zu haben scheinen, ist Ben Klock zurecht ein Weltstar, der allerdings seinen Wurzeln im Underground weiterhin treu geblieben ist. Und bei all den ständig aufkeimenden Sellout-Vorwürfen gegenüber dem Berghain, übersieht man leicht, dass von eben diesen Berliner Undergroundwurzeln wie dem WMF, dem Cookies (alles bevor seinem letzten Umzug in die Friedrichstraße) und dem alten Tresor (Leipziger Straße), kaum noch etwas übrig geblieben ist und das Berghain nach wie vor der einzige Club dieser Art ist, der es trotzdem schafft, seinen Stil durchzusetzen und über Jahre hinweg stetig zu florieren. Auch wenn er manchmal seine mysthische Aura, die auch dem Massenpublikum nicht entgehen konnte, gezielt mit dem Mainstream kokettiert. Das Berghain ist und bleibt wie es ist.

Für alle treuen Fans von Ben Klock gibt es zusätzlich eine neue Event-Reihe, die nur in ausgewählten Locations stattfindet. „Photon ist eine Mischung aus Erfahrungen, Architektur, Licht und Musik“- so der Berliner DJ.

Noch mehr über Ben Klock findet ihr auf YouTube in einem Interview mit Telekom Electronic Beats TV:

https://youtu.be/RdbNhNDEHRE

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