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Brasilien: neues Gesetz soll Hip-Hop-Industrie zentral regulieren

Zentrale Regulierung der Musikindustrie? Was bei uns undenkbar scheint, planen in Brasilien nun wohl Politiker – zumindest im Hip-Hop-Bereich. Der frühere Fußballprofi Romário, der derzeit als Repräsentant der Sozialisten im Abgeordnetenhaus von Rio de Janeiro sitzt, versucht ein Gesetz auf den Weg zu bringen, dass die Hip-Hop-Industrie zentral regulieren soll, um den Künstlern die Chance zu geben unter besseren Arbeitsbedingungen arbeiten zu können.

So sollen alle künstlerischen Tätigkeiten vom Staat unter die Lupe genommen werden und den Künstlern die Möglichkeit zur Teilnahme an professionellen Gesangs-Trainings angeboten werden. Außerdem soll jeder Hip-Hop-Künstler Arbeitspapiere erhalten und ihm eine 30-Stunden-Woche garantiert werden – auch alle Überstunden danach sollen bezahlt werden.

Romário glaubt mit dem Gesetz jenen jungen Menschen wirtschaftlich helfen zu können, „die Hip-Hop in allen ihren Ausdrücken und sozialer Interaktion leben.“

Allerdings gibt es neben diesen positiven Auswirkungen des geplanten Gesetzes auch negative Folgen. So muss jeder Musiker erst in einem Technik-Kurs beweisen, dass er befähigt ist, als Hip-Hop-Künstler legal tätig zu sein.

Erste Protestbekundungen von Gegnern machen sich bereits bemerkbar. So haben nach der brasilianischen Tageszeitung „Folha de S. Paulo“ bereits 1.800 Menschen eine Facebook-Petition unterschrieben, die das Gesetz ablehnen.

Allerdings sind die Pläne des ehemaligen Fußballprofis wohl nicht als Anti-Hip-Hop-Gesetze zu verstehen. Wie der „New Yorker“ berichtet soll Romário auch für eine Kampagne gegen die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 sein, weil das dafür ausgegebene Geld seiner Meinung nach besser in Bildung, Schulen und Infrastruktur investiert werden soll.


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