Caleb Follouiill: Er weckt die Sehnsucht nach der Rückkehr des Starschnitts!


Julian Casablancas kann sich entspannt zurücklehnen: Seitdem die Followill-Mischpoke aufgetaucht ist, muss er sich nicht mehr über seinen Kleidungsstil äußern oder Fragen nach dem Daddy beantworten. Damit darf sich jetzt Caleb Followill, Sänger, Rhythmusgitarrist und Trendsetter bei den Kings Of Leon, herumärgern. Deren Geschichte ist aber auch so gut, dass sich Artikel über sie allein schon dann ganz famos lesen, wenn man einfach nur ihre Bio abschreibt. Drei Brüder, ein Cousin, alle heißen Followill, tragen Bart und/oder Zotteln und sehen zum Hinknien prima aus! Aufgewachsen im tiefsten Süden der USA! Leibhaftige Söhne eines Wanderpredigers aus Tennessee! Ausgestattet mit biblischen Namen wie Caleb, Jared, Nathan und Matthew! Erste musikalische Erfahrungen in Gottesdiensten! Und das beste: Ihre Musik ist einfach unglaublich! Als hätten die Stooges plötzlich Boogie ge£ lernt, als wären die Allman Brothers durch die Schule des Punk Rock gegangen. Herrlich ziseliert und doch ordentlich abgehangen klingen die Stücke auf ihrem irren Debüt YOUTH AND YOUNG MANHOOD. Das Frickelige („Youth“) geht aufs Konto von Gitarrist Matthew. Den Rock („Young Manhood‘) steuert jedoch Caieb mit seiner kehligen Stimme bei, die den irren Wanderprediger ebenso intus hat wie den erdigen Südstaatenrocker. Und dazu noch dieser unschlagbare Topfhaarschnitt inklusive einem Hauch von D’Artagnan-Bärtchen! Second-Hand- Satin-Blousons und Halstücher! Wenn es doch nur Starschnitte von Kings Of Leon gäbe! Danke dafür: Entstaubung und Wiederbelebung eines totgeglaubten und eigentlich nie so richtig ernst genommenen Rockgenres. Das hat er uns beschart: Entreißen des selbigen aus den Händen dumpfer Redneck-Vollspacken und bierbäuchiger Arschgeigen.

Des wollen wir als nächstes uan ihm sehen: An der Bühnenpräsentarion muss noch gefeilt werden. Das nächste mal bitte Abrocken statt Rumstehen. Auch wenn die Frisur dabei leidet.