Cher & Greg: verdammt heiß

Für eine der großen Überraschungen des abgelaufenen Jahres sorgten Ende November/Anfang Dezember Cher und Gregg Allman: Nicht Las Vergas-Atmosphäre, sondern saftiger Bluesrock prägte ihre gemeinsame kurze Tournee durch die Bundesrepublik. Cher ordnete sich weitgehend unter und wirkte wie die Sängerin einer Gregg Allman Band. Der Musik kam dieser Verzicht auf all den Flitterkram und die Schmachtsongs, die in Chers TV-Shows das Bild bestimmen, sehr zugute: Bekannte Nummern der Allman Brothers wie „Ain’t Wastin‘ Time No More“, Greggs Solo-Hit „Midnight Rider“ und lange Instrumental-Sessions im besten US-Südstaatenstil rollten fruchtig und mitreißend von der Bühne. Allerdings hatte Gregg Allman auch eine erstklassige Band zusammengestellt, die nach einer kurzen Aufwärmphase meist wie aus einem Guß spielte.

Nicht zufrieden mit den Konzerten war allerdings ein Teil des Publikums,das auf die Fernseh-Showpuppe Cher gespannt war und keine Antenne für guten Rock besaß. Zudem stand Cher die Auftritte in hautenger Bühnenkleidung durch und verzichtete darauf, sich für die Leute 48mal umzuziehen. Einziger Pferdefuß: Gregg und Cher konnten nicht so gut wie gewohnt singen, da beide erkältet waren. Nach Auskunft der Plattenfirma WEA war das auch der Grund für den Abbruch der Tournee kurz vor ihrem Ende.

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