David Bowie – Hunky Dory

David Bowies letztes Album als Wannabe-Rockstar, vor seinem Durchbruch, war bei Erscheinen nur mäßig erfolgreich. Erst ein Jahr später, im Fahrwasser von ZIGGY STARDUST, landete HUNKY DORY in den Top 10. Dabei ist es eine seiner besten Platten. Alles, was David Bowie in Zukunft ausmachen sollte, war auf dieser Platte bereits angelegt: seine unentschiedene Sexualität, die Verbindung von Kitsch und Hochkultur. HUNKY DORY bewies, dass es eine erforschenswerte Schnittmenge zwischen Avantgarde und Pathos gibt. Textlich wie musikalisch war das Album ein erster Karrierehöhepunkt. David Bowie versucht sich als Folkbarde und gibt einen wunderbaren Singer/Songwriter. Sogar mit einem Bekenntnissong kann er aufwarten: „Changes“ heißt das Stück, in dem er seine chamäleonhaften Identitätswechsel thematisiert. Auf den ersten Blick wirkt das, als gäbe sich David Bowie zur Abwechslung ganz menschlich-authentisch. Doch eigentlich ist HUNKY DORY ein sehr konzeptionelles, postmodernes Album, auf dem David Bowie aus den unterschiedlichsten Genres ein stimmiges Ganzes macht. Große Kunst, ganz unverkrampft.

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