Der Aufreisser

Weil er Angst vor Schlangen hatte, kaufte er sich welche— die Boa Samson und die Python Delilah. Weil er sich zu schüchtern fand, verdingte er sich als Go Go-Tänzer auf einer Mädchen-Pyjamaparty. Und machte Karriere als DER New Yorker Männerstrip. Mit DEN Haaren. Seine blonde Sturmflut-Welle hält John Sex „mit Haarspray, Eiweiß, Stärke, Bier, Klebstoff und meinem eigenen Samen“ in Form. „Der Samen läßt sie so richtig zu Berge stehen.“ Der ganze Kerl läßt so einiges zu Berge stehen. Seinen einprägsamen Nachnamen hat er von Klaus Nomi, mit Sprayer Keith Ilaring war er auf der Schule, mit Andy Warhol auf Parties — und was bisher den Besuchern von Mudd Club, Pyramid, Club 57, Studio 54 etc. Sexy Dauerwelle vorbehalten war, bringt ab sofort auch Eltern und Nachbarn in deutschen Reihenhäusern zum erröten. John Sex kommt gewaltig — mit der Post Punk/ High Energy-Maxi „Hüstle With Vlj Muscle/Bump And Grind It“ (EfA-Vertrieb) und zwei herrlich billigen, hüftenschwenkenden Videos dazu. Da bleiben weder Augen noch sonst was trocken.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.