Die Beats der Firma sind amtlich. Ihr Selbstverständnis ist es leider auch.

Alexander Terboven und Daniel Sluga sind zwei ganz Schlaue. So schlau sogar, daß man sich ein bißchen doof vorkommt, wenn man mit ihnen spricht. Das ist toll, wenn man Strebertypen sucht, die einem die Hausaufgaben machen können. Aber problematisch wird es, wenn zwei prallgefüllte Hirne sich in ein kleines Album ergießen: In „Das 2. Kapitel“ treffen sich Moses, die Unicef, der Frieden, die Hauptfigur aus dem obskuren Buch „Illuminatus“ und der Film „12 Monkeys“ am „Kap der guten Hoffnung“ (so der Titel der Single). Und der Zuhörer kriegt Migräne, anstatt abzuhoppen. Kann doch kein Fan kapieren, Eure Texte, oder? „Schon möglich“, sagt Alex, „aber wir geben Anstöße. Wenn einer bei der vierten Zeile immer noch kein Wort rafft, dann nimmt er sich vielleicht ein Lexikon“. Muß man aber in fünf Minuten die Bibel komplett neu erfinden („Im Nebel der Geschichte“), um zu erreichen, daß die Leute „die Sachen hinterfragen, die ihnen in der Schule eingetrichtert werden“? Und ist das schon Grund genug, sich für den James Joyce des deutschen HipHop zu halten und Menschen nach ihren Fernsehgewohnheiten zu beurteilen? „Ich möchte nicht angeben mit meinem Intellekt“, sagt der Alex, „aber mit Leuten, die nur triviale Scheiße wie ‚Marienhof‘ gucken, kann ich mich nicht unterhalten“. Werdet Deutschlehrerjungs! Noch besser: Macht Instrumentals, denn die Produktion ist amtlich. Aber halt, ist die Firma nicht zu dritt? Genau! Und Ben Härtung, der andere Rapper, stapelt wohltuend tief: „Ich bin halt nicht so belesen wie der Alex. Bei mir kommt alles irgendwie aus mir selber raus“. Man möchte ihn drücken und hoffen, daß er durchhält.

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