Ein Punkrocker als Museumskurator

Die Zeiten, als Mick Jones in seinem Zimmer in Omas Wohnung im 18. Stock über dem Londoner Westway saß und davon träumte, alles hinwegzufegen und den Rock’n’Roll komplett umzukrempeln, sind lang vorbei. Wegfegen tut der 53-jährige Clash-Gründer und Babyshambles/Libertines-Produzent heute höchstens Staub: Seine Sammlung von Popmemorabilien füllte über die Jahrzehnte Schränke, Zimmer, Keller, sein Studio und am Ende eine ganze Lagerhalle. Schon als kleiner Bub sammelte er Autogramme von Fußballern (sein „wertvollster Besitz“ ist die englische WM-Siegerelf von 1966), machte mit Popandenken weiter. Dann kam die Erleuchtung: „Jetzt weiß ich, wofür das alles gut ist: um es mit anderen zu teilen!“ Aus den ungeheuren Massen von „Reliquien der Popkultur“, Bühnenklamotten, Instrumenten, Setlisten, Bändern, Platten, Briefen, Fotos usw. soll ein frei zugängliches Archiv werden. Vorläufig fehlen dafür noch die Räume. Derweil stellte der Sammler einen „kleinen Teil“ seiner Schätze in der Londoner Galerie „Chelsea Space“ aus – als „großes lebendes Kunstwerk“

unter dem Titel „The Rock & Roll Public Library“.

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