Fugees und die Folgen


Die Fugees wandeln auf Solopfaden. Nach Wyclef Jean und John Forte präsentiert nun auch Sängerin Lauryn Hill ihr eigenes Album.

Du hast dir Dreadlocks wachsen lassen. War das eine modische Entscheidung, oder steckt da mehr dahinter?

Die Dreadlocks sind genauso alt wie mein Sohn Zion. Ich habe sie seit dem Tag seiner Geburt wachsen lassen.

Hatte die Geburt von Zion auch einen Elnfluß auf dein Album?

Durch die Schwangerschaft war ich gezwungen, mich hinzusetzen und mir zu überlegen, wo ich mich mit meinem Leben befinde. Das hat mir gutgetan. Und ich glaube, die Geburt von Zion gab mir einen Kreativitätsschub. Er hat mir viel Kraft gegeben, und ich bin nicht nur als Mensch, sondern auch als Künstlerin in eine andere Phase eingetreten.

Rohan Marley, dein Freund und Vater eures Kindes, ist Jamaikaner. Gibt es da kulturelle Unterschiede?

Klar gibt es die. Er ist zum Beispiel Rasta, während ich Christin bin. Aber er ist der erste Mann, den ich kennengelernt habe, der wirklich für mich da ist, und das ist entscheidend. Mein Album habe ich übrigens auch in Jamaika aufgenommen. Nur seine Begeisterung für Fußball kann ich nicht nachvollziehen. Während der WM war er wie von Sinnen und saß die ganze Zeit vorm Fernseher.

Im Gegensatz zu Wyclefs „The Carnival“ hast du deine Platte ohne Hilfe der Fugees eingespielt. Hast du überhaupt noch Kontakt zu ihnen?

Klar haben wir noch Kontakt, und die Fugees wird es auch weiterhin geben. Aber für Wyclef und Pras war auf dem Album einfach kein Platz. „Miseducation“ ist eine sehr persönliche Platte, bei der es um mich als Individuum geht. Es ist auch schon über ein Jahr her, daß ich mit den beiden im gleichen Raum war. Neben Zion und der Platte hatte ich halt nicht viel Zeit für andere Dinge.

Dennoch hast du eine eigene Filmproduktionsfirma und hast u.a. ein Video für Aretha Franklin gedreht.

Und eines für Common, der im letzten Jahr Vater wurde und mit „Retrospect For Life“ ein sehr bewegendes Lied darüber geschrieben hat. Ich will auch weiterhin als Schauspielerin arbeiten. Aber dazu muß ich erst das richtige Drehbuch bekommen. Die meisten, die ich erhalte, handeln von einem Mädchen aus New Jersey, das sich nach New York aufmacht, um Rapperin zu werden. Das ist nun wirklich nicht sehr originell.

Auf deiner Single „Doo-Wop“ ziehst du über Frauen her, die „die ihren Arsch raushängen, weil sie’s für ’nen Trend halten“. Eine Message an Lil‘ Kim?

Vielleicht habe ich dabei auch an Lil Kim gedacht. Aber sie ist ja kein Einzelfall. So wie sie verhalten sich viele junge Frauen. Mich erinnert das an Comics, die ich als Kind gelesen habe, für die Frauen mit Riesenbrüsten, einer Wespentaille und einem üppigen Hinterteil ausgestattet wurden. Es ist traurig, wenn Frauen versuchen, dem zu entsprechen.