Gutter Twins live in Bielefeld

von

Um es vorweg zu nehmen: Es war großartig! Die Zwillinge und ihre Mitstreiter waren sehr gut drauf und haben dem Publikum eine Mischung aus Folk-, Blues- und Düsterrock dargeboten. Dass dies wesentlich energiegeladener als ihr tolles aber doch eher ruhiges und melancholisches Albums SATURNALIA ausgefallen ist, war schon überraschend, wurde aber von den Zuschauern/hörern, die für einen Montag sehr zahlreich erschienen sind, sehr wohlwollend aufgenommen.Greg Dulli war ein ständiger Unruheherd am Mikro, an der Gitarre und am Keyboard, der sich hinterher sogar dazu hinreißen ließ, einen Song in der Audienz stehend darzubieten. Mark Lanegan, der lange Schlacks mit der tiefen sonoren Stimme, war der absolute Gegenpol. Seinen Mikrofonständer hat er, einem Bewegungslegastheniker gleich, das komplette Konzert über nicht losgelassen und ist auch, ganz im Gegensatz zu Greg Dulli, sonst sehr wortkarg geblieben. Ein Vergleich zu den Blues Brothers hat sich hier und da schon mal aufgedrängt (nicht nur wegen des Aussehens). Ihre vier Gastmusiker haben am Schlagzeug, an der Gitarre, am Bass und am Keyboard eine tolle Leistung abgeliefert und haben mit viel Engagement und tollen Soli den Auftritt mehr als nur abgerundet.Es hat eine Menge Spaß gemacht und ich kann nur hoffen, dass die Jungs die live dargebotenen Stücke, die sich nicht auf ihrem derzeit einzigen Album befinden, in Kürze auch auf einen Tonträger bannen und mit diesem neuen Album dann wieder auf Tour gehen werden.

Timo Schakau – 02.09.2008


„Entspannt“ feiern in einer Pandemie: Zu Besuch bei einem Konzert von Paul Kalkbrenner
Weiterlesen