Im Interview mit dem Gesicht der Berliner Modewoche: Eliot Sumner wünscht sich homosexuelle Superhelden

ME.STYLE: Was bedeutet es für Dich, das Gesicht der Berliner Modewoche zu sein und wie hat es sich angefühlt, mit Deiner Partnerin, dem Model Lucie van Alten, vor der Kamera zu stehen?

Eliot Sumner: Es ist mir natürlich eine große Ehre, das Kampagnen-Gesicht von Mercedes-Benz zu sein. Das Arbeiten mit Lucie war total witzig; es war großartig, sie in ihrem gewohnten Arbeitsumfeld zu beobachten.

Was machst Du gerade in Berlin, wenn Du nicht auf der Fashion Week bist?

Ich verbringe gern Zeit in Berlin und werde deshalb noch meine Freunde besuchen und ganz bestimmt viel Ramen essen und Bier trinken, während ich in der Stadt bin.

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Studying hard 🍜

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Gibt es Orte, die Du unseren Lesern empfehlen möchtest?

Ich habe keine Lieblings-Locations, bin aber meistens in Kreuzberg, weil die meisten meiner Freunde dort leben.

Ich habe gelesen, dass Du sogar planst, bis zum Ende des Jahres nach Berlin umzuziehen, weil Du den Vibe der Stadt so liebst. Was genau gefällt Dir an Deutschlands Hauptstadt?

Richtig, ich liebe Berlin, weil es sich zum Beispiel immer wie ein zweites Zuhause angefühlt hat. Jedes Mal, wenn ich hier bin, fühle ich mich absolut willkommen. Ich finde die Leute einfach umwerfend, das Essen und vor allem natürlich auch die Musik!

Wenn ich an Berlin denke, verbinde ich das mit Nils Frahm, DJ Koze, Neu, Harmonia, Can, Kraftwerk, Etapp Kyle, Traumprinz, Marcel Dettmann…

Wenn Du Deinen ganz persönlichen Soundtrack von Berlin zusammenstellen würdest: Welche Künstler wären gerade darauf zu hören und warum?

Wenn ich an Berlin denke, verbinde ich das mit Nils Frahm, DJ Koze, Neu, Harmonia, Can, Kraftwerk, Etapp Kyle, Traumprinz, Marcel Dettmann, Silent Servant, Bowie/Eno, Klaus Doldinger, Hans Zimmer und Kluster. Ich höre sehr viel Techno und Krautrock – deutsche Musik ist super!

Von Coco über Vaal zu Eliot Sumner oder wenn man das Cover deines aktuellen Albums INFORMATION anschaut, auf dessen Halbnah-Aufnahme Dein Gesicht verschwimmt: Es scheint, als gefiele es Dir sehr, mit unterschiedlichen Identitäten zu spielen. Wie viel Eliot steckt in Elliot Sumner oder in der DJane Vaal?

Ich habe gern unterschiedliche Projekte, eines davon ist Vaal. Das Konzept dahinter war, die Musik pur für sich selbst sprechen zu lassen. Und das tat sie – ganze vier Jahre lang! Mittlerweile habe ich noch mehr anonyme Egos… (Anmerkung d. Red.: Leider wollte Eliot uns natürlich keines dieser verraten, Korb.)

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@bryanadams @musikexpress_magazin

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Kleider machen Leute. Wie drückst Du Deine Identität über Dein Styling aus?

Ich trage verdammt viel Schwarz. Mein Stil ist minimalistisch und vor allem praktisch. Dazu gefällt’s mir, wenn ich in mein Umfeld passe.

Du bist nicht nur das Gesicht der Berliner Modewoche, sondern auch eine Art Gesicht der „LGBTQ“-Bewegung. Was denkst Du, sollte sich innerhalb unserer Gesellschaft ändern, damit es vielleicht irgendwann gar keine Bewegungen für Menschenrechte dieser Art mehr geben muss? 

Erziehung und Allgemeinbildung sind super wichtig. Und es sollte homosexuelle Superhelden geben – das wär’s!

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Graveyard 💀 by @latourfanny

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Wie geht’s weiter mit Eliot Sumner? Arbeitest Du gerade an einem neuen Album? 

Ich arbeite gerade an neuen Songs und hoffe etwas Neues zum Ende des Jahres herausbringen zu können.

Können wir damit rechnen, dass Dein Sound so bleibt wie auf INFORMATION oder wird es wieder eine signifikante Veränderung geben, wie von I Blame Coco zu Eliot Sumner?

Ich möchte gern bei meinem kalten Wave-Sound bleiben, aber lote meine Grenzen auf dem kommenden Album aus.

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@justintylerclose 🎨

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Wir freuen uns, weiterhin von Eliot zu hören und vielleicht ja auch noch mehr von ihr als Model, wie zum Beispiel auf unserer Titel-Strecke der ME.STYLE Frühjahr/Sommer 2016, zu sehen.

 


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