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Interview: Daniel Blechman vom Menswear-Label Sopopular im Gespräch

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Das Berliner Menswear-Label Sopopular findet seit seiner Gründung im Jahr 2008 immer größere Beachtung. Für seine neue Kollektion ließ sich der in Israel geborene Designer Daniel Blechman von Grunge und dem japanischen Architekten Tadao Andō inspirieren. Im Interview redet er über seine Lieblingsmusik und erzählt uns, was Berlin modetechnisch von London lernen kann.

Musikexpress.de: Deine neue Kollektion heißt wie der Soundgarden-Song „Black Hole Sun“. Was schallt in Deinem Atelier außerdem aus den Boxen?

Daniel Blechman: Im Moment höre ich das neue Album von 30 Seconds to Mars hoch und runter. Seitdem ich in London studiert habe, liebe ich außerdem Bloc Party und die Arctic Monkeys und höre viel Trap (eine Mischung aus HipHop, House, Dubstep und anderen Genres, Anm. d. Red.).

Warum hast Du Deine neue Kollektion diesem Soundgarden-Klassiker gewidmet?

Blechman: Die neue Kollektion hat einen starken Grunge-Charakter, deshalb passt „Black Hole Sun“ perfekt dazu. Inspiriert hat mich zudem der japanische Architekt Tadao Andō.

Wie kamst Du auf ihn?

Blechman: Ich hatte in London Innenarchitektur studiert. Dabei bin ich auf Tadao Andō gestoßen. Sein Stil ist sehr düster, geradlinig und formell, und das ist Sopopular eben auch.

Fallen Dir Musiker ein, deren Stil Du magst? Für wen würdest Du gerne etwas kreieren?

Blechman: Ich finde, dass Muse total gut gekleidet sind. Schneidern würde ich gern einmal etwas für Jared Leto.

Du bist in Berlin aufgewachsen und hast zwischendurch in London studiert. Welchen Einfluss haben diese beiden Städte auf Deine Arbeit?

Blechman: Sopopular ist die Verschmelzung dieser beiden Lebensstationen. London steht für coolen Streetstyle, da kommt immer etwas Frisches her, egal ob aus der Mode, aus der Musik oder der Architektur. London ist immer ganz weit vorne. In Berlin prägt mich einfach das tägliche, raue, kantige Leben.

Wie siehst Du den Streetstyle der Menschen in Berlin und London im Vergleich?

Blechman: London ist stark beeinflusst von dem Modestil der Japaner die dort leben, Berlin hingegen eher durch den skandinavischen Look. Beide Städte haben ihr eigenes Statement. Berlin bietet jedoch noch größere Möglichkeiten sich zu entwickeln, da es als Modestandort gerade erst anerkannt wird. Jedoch ist trotz der großen Konkurrenz unter den Designern die Förderung für junge Designer in London viel besser.

Was kann Berlin in puncto Mode von London lernen?

Blechman: Individualität. In Berlin ist es oft so, dass, wenn etwas gehypt wird, unglaublich viele Menschen dasselbe tragen. Im Moment zum Beispiel diese plakativen Sweatshirts, das nervt langsam. In London sind kleine Labels angesagt, die nicht jeder hat. In Deutschland fürchtet man sich eher davor. Hier wollen die Leute bekannte Marken tragen.

Du achtest als Designer also besonders auf das, was die Menschen um Dich herum anhaben?

Blechman: Manchmal ja, aber nicht bewusst, weil es irgendwann einfach zu viel ist. Neulich ist mir aber eine Reisegruppe mit Japaner aufgefallen, die waren komplett in Schwarz gekleidet und unheimlich durchgestylt. Das sieht man auch in Berlin nicht immer.


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