Joanna Newsom – Ys

YS ist eine dieser nicht allzu häufigen Platten, denen man mit Haut und Haaren verfallen kann und die geeignet sind, milde bis besorgniserregende Besessenheit hervorzurufen. Alles an dem zweiten Album der 24-jährigen Kalifornierin Newsom ist faszinierend. Die Entstehungsgeschichte, der künstlerische Quantensprung, die ganze glorreiche Bravour… Die Gefahr der Vernerdung ist erheblich! Man halte sich an das Album selbst, die fünf Kompositionen, deren kostbares, Klassik- mit Folksong-Strukturen (ja. es gibt Refrains und Hooklines hier, in Massen, und was für welche!] verwebendes Melodiengeflecht des Hörers Hirn derart einzunehmen imstande ist, dass man schier kirre werden mag, weil irgendwann der ganze Kopf vor Musik schwirrt. Die Harfe! Die Stimme! Die unendlich farbenreich funkelnden Orchesterarrangements von Altmeister Van Dyke Parks, der, von der Zusammenarbeit mit der visionären Newsom sehr offensichtlich profitierend, Musik von hinreißender Eleganz und Eindringlichkeit geschaffen hat. Man wird nicht fertig damit, immer neue bezaubernde Details zu entdecken, in der Musik, in den nur zaghaft sich entschlüsselnden Texten. Ein – Entschuldigung, man muss es immerwieder sagen, bitte nicht abschrecken lassen – absolut faszinierendes Kunstwerk.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.