Jürgen Struck – Rock Around The Cinema

„Die Geschichte des Rockfilms“ ist in zwölf Kapitel gegliedert (u.a. „Twist, daß die Röcke fliegen“, „Yeah, Yeah, Yeah“, „Woodstock“), die in chronologischer Reihenfolge von 1951-1979 das Genre Rockfilm erzählend abhandeln.

Struck hat sich für eine ausgesprochen weite Definition des Begriffs entschieden und versammelt a) Spielfilme, in denen Rockstars auftreten, b) Dokumentarfilme über Konzerte etc. und c) Spielfilme, in denen Rockmusik zu hören ist.

Der Eindruck, daß dies aus Gründen der Aufblähung geschehen ist, entsteht nicht. Dennoch wirken Dummstreifen à la „Popcorn und Himbeereis“ oder „Das Sex-Abitur“ völlig deplaziert. Rund 200 s/w-Fotos bzw. Plakat-Repros auf 150 Seiten ergänzen die inhalt-erklärenden und bisweilen wertenden Texte. Strucks Sprache verschont uns mit kneifigen Oberlehrertönen, er wendet sich ausdrücklich nicht (nur) an Cineasten. Eine 633 Titel umfassende angehängte Filmografie (mit entschuldbaren Detaillücken) rundet das trotz seines hohen Preises empfehlenswerte Buch ab. Leichte Rechtschreibprobleme und das Fehlen z.B. von „Steelyard Blues‘ ändern nichts am erheblichen Informations- und Gebrauchswert.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.