Kneecap kündigen neues Album für 2026 an – zwischen Erfolg und Kontroverse

Nach Oscar-Nominierung und British Independent Film Award planen Kneecap 2026 ein neues Album – trotz Terrorvorwürfen und Festival-Ausladungen wegen Gaza-Aussagen.

Das irische HipHop-Trio Kneecap hat ein neues Album für 2026 angekündigt. Die Band aus Belfast, bestehend aus Mo Chara, Móglaí Bap und DJ Próvaí stimmte ihre Fans über die sozialen Kanäle auf die kommende Veröffentlichung ein.

Erfolgsalbum, Hit-Singles und Oscar-Nominierung

Das neue Jahr werde „Großes bereithalten“, versprach die Gruppe auf Instagram und betonte zugleich, wie wichtig es sei, „einander zu unterstützen“ und „sich für Palästina einzusetzen“.

Auf Social Media kündigte das Trio ihr geplantes Album an:

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Das kommende Werk folgt auf das 2024 erschienene Album „Fine Art“, mit dem Kneecap ihren internationalen Durchbruch feierten. Begleitend veröffentlichten sie im vergangenen Herbst die Singles „Sayonara“ sowie „No Comment“ in Zusammenarbeit mit Sub Focus. Auch der Spielfilm über sie, „Kneecap“, sorgte für Aufmerksamkeit: Das Werk wurde zunächst von Kritiker:innen gefeiert, gewann einen British Independent Film Award für die beste Originalmusik und erhielt zudem eine Oscar-Nominierung in der Kategorie „Bester Originalsong“.

Terrorvorwürfe vor dem High Court

Die Albumankündigung fällt in eine Phase erhöhter politischer und juristischer Spannungen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass die britische Regierung die zuvor fallengelassenen Terrorvorwürfe gegen Mo Chara anfechten will. Dem 27-jährigen Rapper wird zur Last gelegt, bei einem Londoner Konzert am 21. November 2024 eine Fahne geschwenkt zu haben, die die libanesische Organisation Hisbollah unterstützen soll. Diese ist in Großbritannien als terroristische Vereinigung eingestuft und Unterstützung ist gesetzlich untersagt. Nachdem ein Magistrates Court die Anklage im September 2025 abgewiesen hatte, soll der Fall nun am 14. Januar 2026 vor dem High Court of Justice in London verhandelt werden.

Gaza-Aussagen führen zu Festival-Ausladungen

Parallel dazu sorgt Kneecaps klare politische Haltung für Kontroversen. Beim Coachella Festival im April 2025 äußerten sich die Rapper wie folgt: „Die Palästinenser haben nirgendwohin zu gehen. Es ist ihr verdammtes Zuhause, und es wird aus der Luft bombardiert. Wenn man das keinen Völkermord nennt – was zur Hölle nennt man es dann?“ Auf der Bühnenrückwand wurden dazu die Worte „Fuck Israel, Free Palestine“ projiziert. In der Folge wurden Kneecap wegen als gewaltverherrlichend eingestufter Aussagen von mehreren deutschen Festivals ausgeladen, darunter Hurricane und Southside.

Internationale Tourdaten für den Sommer

Musikalisch bleibt die Band dennoch gefragt. Nach ihren ersten großen Konzerten in Japan, unter anderem beim Rockin’ On Sonic Festival, stehen im Sommer Auftritte beim Reading- und Leeds-Festival sowie beim Primavera und All Together Now an.