Mouse on Mars, München, Backstage


ES FIEPT, KRACHT UND RUMPELT UNENTWEGT IN DIESEM MERKWÜRDIGEN Mouse On Mars-Mikrokosmos, in dem fraglos der Rhythmus regiert. Nicht der stoisch-maschinelle, nein, hier geht es um etwas verspielt Fieberhaftes. Das Düsseldorfer Duo hat dem Rhythmus Seele eingehaucht. Alles ist hier immerzu in Bewegung. Niemals und nirgends kommt irgendwas irgendwo an. Das Mouse On Mars-Konzert im brechend vollen Backstage ist ein Endlos-Loop ohne Anfang und ohne Ende, aber mit einer unglaublichen Menge an Gefühl. Umgesetzt mit jeder Menge Elektronik, mit Bass und einem „lebenden Schlagzeug“, das aus dem Duo an diesem Abend einen Dreier macht. Vom Repertoire her beziehen sich Mouse On Mars vorrangig auf die Vorlagen des aktuellen Albums „Autoditacker“, was dem Groove in ihrer Musik nur guttun kann. Dub Reggae-Elemente werden integriert, eine Dosis Intelligent Dance a la Aphex Twin oder auch Ambient-Elemente. Und über allem schwebt das Erbe des Krautrock, mit dem MOM immer wieder in Verbindung gebracht werden. Blöd, dieser ewige Can- und Kraftwerk-Vergleich. Aber die Mäuse sind derzeit die einzigen, die direkt an die Tradition dieser Innovatoren anknüpfen.