An diesen verstorbenen deutschen Star wurde bei den Oscars erinnert

Auch bei der 98. Verleihung der Oscars wurde den verstorbenen Giganten der Filmbranche gedacht. Manche wurden aber auch vergessen.

2025 war ein hartes Jahr für all jene, die es mit dem Kino halten. Die Schauspielerinnen Diane Keaton und Catherine O’Hara sowie die Schauspieler Robert Redford und Robert Duvall verstarben. Der Regisseur Rob Reiner und seine Frau wurden gewaltsam aus dem Leben gerissen.

Wie jedes Jahr erinnert die Academy bei der Verleihung der Oscars an all jene, die in den vergangenen Jahrzehnten die Filmkunst bereichert haben und inzwischen von uns gegangen sind. Dieses Jahr geriet das Segment auch aufgrund der Erinnerung an Reiner besonders emotional. Billy Chrystal, enger Freund des Regisseurs, hielt eine persönlichen Rede und sprach dabei über viele der Filme Reiners. 20 Schauspieler aus Reiners Filmen strömten anschließend auf die Bühne, darunter auch Meg Ryan, Demi Moore und John Cusack.

Weitere Held:innen des Kinos, die genannt wurden, waren unter anderem der Regisseur Béla Tarr, der Dramatiker Tom Stoppard und der Regisseur James Foley sowie die Schauspieler:innen Val Kilmer, Terence Stamp, Pauline Collins, Michael Madsen, Graham Greene und Claudia Cardinale. Und auch ein Deutscher war unter ihnen: Udo Kier.

Udo Kier war der „König der Nebendarsteller“

Der Schauspieler, einst Muse und Lieblingsdarsteller von Andy Warhol, verstarb am 23. November des vergangenen Jahres. Entdeckt in London, feierte er 1967 sein Debüt mit „Straße nach St. Tropez“. Kier wirkte in über 280 Film- und Fernsehproduktionen mit. Er arbeitete intensiv mit Regisseuren wie Lars von Trier („Europa“, „Breaking The Waves“), Rainer Werner Fassbinder, Gus Van Sant und Dario Argento zusammen und förderte Kolleg:innen, wo er nur konnte. Manche Low-Budget-Produktionen kamen überhaupt erst wegen ihm ins Kino. Kier, der zuletzt in Palm Springs lebte, galt als „König der Nebendarsteller“.

Udo Kier
Udo Kier

Ebenfalls wie jedes Jahr richtet sich der Blick bei der Oscar-Erinnerung immer auch auf jene Namen, die unerwähnt bleiben. Dieses Jahr vergass die Academy Brigitte Bardot, James Van Der Beek, Malcolm-Jamal Warner und Eric Dane.

Großer Gewinner des Abends mit sechs Oscars war „One Battle After Another“ und „Blood & Sinners“. Auch „KPop Demon“ räumte zwei Preise ab (weswegen allerdings Nick Cave leer ausging). Ein nicht ganz so schöner Abend wurde es für Timothée Chalamet. Dafür gab es eine Premiere in der Kategorie „Beste Kamera“.

LOIC VENANCE AFP via Getty Images

Marc Vetter schreibt freiberuflich unter anderem für MUSIKEXPRESS. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.