Portishead: Portishead – Dummy

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Es gibt sie, selten nur, aber es gibt sie, diese Momente, in denen sich Avantgarde und Mainstream versöhnen, um doch bloß sofort wieder auseinander zu driften. DUMMY war so ein Moment. Hier fand die elektronische Musik, die bis dahin schon den Dancefloor erobert hatte, den Weg über die Kunstgalerien schlussendlich bis in die Friseursalons. Sicherlich waren schon vorher solch mächtige Klanglandschaften aus dem Sampler konstruiert worden, aber nicht als Grundlage für Popsongs. Nun aber leuchtete die Zukunft, und sie leuchtete stahlblau: Die von Geoff Barrow aus Hiphop-Beats und Streicherwänden destillierten und mit der Raucherlungenstimme von Beth Gibbons verzierten Balladen von Portishead entwickelten trotz ihrer kühlen, klaustrophischen Atmosphäre eine größtmögliche Eingängigkeit. Damit waren sie in der Lage, gleichermaßen die Bedürfnisse von Hipstern nach Distinktionsgewinn zu befriedigen wie das Kuschelbedürfnis von Kreativarbeitern. Und ganz nebenbei klang Melancholie nie zuvor so sexy.

ME/Sounds Special 94/95:

„… eine Mixtur aus HipHop-Beats, Baß-Loops und dubiosen Samples aus der klingenden Kinowelt der B-Mavies.“

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