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Reeperbahn Festival: Annett Scheffel gewinnt Preis beim „International Music Journalism Award“ 2022


„Wenn eine Autorin es schafft, Leser*innen mit einem Porträt über eine Künstlerin zu begeistern, obwohl sie zuvor nie Fan ihrer Musik waren, wenn sie neugierig macht und durch ihren Artikel zu einem erneuten Hereinhören in die Songs verführt, dann hat sie ihr Ziel erreicht. Annett Scheffel ist das mit ihrem Stück über die neuseeländische Musikerin Lorde gelungen.“

Am Freitagabend wurde beim Reeperbahn Festival der „International Music Journalism Award“ 2022 verliehen. In den folgenden Kategorien waren verschiedene herausragende journalistische Arbeiten und Journalist*innen nominiert:

1. The Best Music Journalist of the Year – German / English / French
2. The Year’s Best Work of Music Journalism
a) Text (Print & Web) – German / English / French
b) Audio – German / English / French
c) Multimedia – German / English
3. New Perspective – The Year’s Best Work of Music Journalism, Under 30 – German

Mit Paula Hartmann und nand: So gut war der zweite Tag auf dem Reeperbahn Festival 2022

Den Preis in der Königsdisziplin gewann in der deutschen Kategorie Joachim Hentschel als bester Musikjournalist des Jahres. Hentschel ist freier Autor für unter anderem Rolling Stone und Süddeutsche Zeitung, dieses Jahr veröffentlichte er sein neues Buch „Dann sind wir Helden: Wie mit Popmusik über die Mauer hinweg deutsche Politik gemacht wurde“.

Auch Autor*innen des MUSIKEXPRESS waren mehrfach nominiert, darunter Julia Friese und Stefan Hochgesand. ME-Redakteurin Annett Scheffel wurde schließlich sogar ausgezeichnet: Für ihren Text über die neuseeländische Popsängerin Lorde aus der Musikexpress-Ausgabe 09/2021 gewann sie einen Preis in der Kategorie „The Year’s Best Work Of Music Journalism (Text – German)“ . Sie setzte sich damit gegen die folgenden Nominierten durch:

DANIEL GERHARDT  Drakeo the Ruler. Danke für nichts – ALL CAPS

STEFAN HOCHGESAND  Queere Helden – Musikexpress

ANNETT SCHEFFEL  Die feine Kunst des Draufscheißens – Musikexpress

PAUL SCHWENN, MARKUS SEHL  Kolja Goldstein: Übertrieben krass – Die Zeit

JOHANN VOIGT Die Provinz tut es auch – Zeit online

Wieso sich die Jury für Scheffels Text entschied? Susanne Baller erklärt das in ihrer Laudatio so:

„Wenn eine Autorin es schafft, Leser*innen mit einem Porträt über eine Künstlerin zu begeistern, obwohl sie zuvor nie Fan ihrer Musik waren, wenn sie neugierig macht und durch ihren Artikel zu einem erneuten Hereinhören in die Songs verführt, dann hat sie ihr Ziel erreicht. Annett Scheffel ist das mit ihrem Stück über die neuseeländische Musikerin Lorde gelungen. Sie hat das Erscheinen ihres dritten Albums, „Solar Power“, 2021 genutzt, die Entwicklung der heute 25-Jährigen nachzuzeichnen, deren musikalische Karriere bereits zehn Jahre zuvor begonnen hat.
Scheffels Text für den Musikexpress, „Die feine Kunst des Draufscheißens“, beschreibt mit einem liebevollen Blick eine Künstlerin, die sich dem Markt und der Social-Media-Welt entzieht und nur zurückkehrt, wenn sie sich bereit dafür fühlt. Damit repräsentiert Lorde den Teil ihrer Generation, der sich dem Konsum verwehrt, secondhand kauft und off-grid lebt. Scheffel gelingt der Schwenk zwischen Videocall nach New York City, der eine verträumte junge Frau schildert, die während des Telefonats aus dem Fenster blickt und erzählt, was auf der Straße zwischen den Brownstones passiert und einem Szenenwechsel zum Interview, in dem Ella Yelich-O’Connor (Lorde) von Neuseeland, ihrer zweiten Heimat NYC, einem Trip in die Antarktis und ihrer Genese durch Musikgenres sowie den Blick auf die wirklich wichtigen Dinge erzählt: Natur, Freunde, das Baden im Meer.

Ohne Annett Scheffel hätten wir nie so einfühlsam davon erfahren.“

Lorde: Die feine Kunst des Draufscheißens

Eine Übersicht aller Nominierten und Gewinner*innen des diesjährigen International Music Journalism Award findet Ihr hier.

VUT-Indie Awards 2022: Das sind die Gewinner*innen