Brian Eno Drums Between The Bells


Warp/Rough Trade VÖ: 24.06.2011

von

In gewisser Weise schließt sich da gerade ein Kreis. Brian Peter George St. John le Baptiste de la Salle Eno, berühmter Roxy-Musiker, verehrter Ambient-Erfinder, Pop-Muse und Techno-Prophet, hat zuletzt einmal auf seine frühesten Sound-Erlebnisse hingewiesen, auf den großartigen Klang der Kirchen-Orgel, die sein Großvater erbaut hatte, auf die Bedeutung des Raumes für die Musik. Im knapp zweiminütigen Track „Cloud 4“ seines neuen Albums Drums Between The Bells schwebt Enos Stimme in so einem von zarten Orgeltönen illuminierten Raum, zwei Beiträge weiter („Breath Of Crows“) geht der Sprechgesang des Briten fast im Hall verloren, vermischt sich mit seinem Ambiente.

Ein programmatisches Doppel, das Enos zweiter Veröffentlichung auf dem Warp-Label ein schönes Thema schenkt: Space is the place. Das Album ragt noch aus einem anderen Grund aus dem außergewöhnlichen Katalog des Briten heraus, es ist eine Zusammenarbeit mit dem Dichter Rick Holland, die über die – jedweder Pop-Halbwertszeit Hohn sprechende – Strecke von sieben Jahren gedeihen konnte und nun in den 16 Tracks ihre finale Form gefunden hat, inklusive einer Minute Stille im vorletzten Beitrag von Drums Between The Bells. Es gibt die ruhigen Etüden am Piano, die man sich zur Dichtung Hollands hat vorstellen mögen („ Dreambirds“, „Pour It Out“), Eno-Markenzeichen-Soundscapes („A Title“, „Fierce Aisles Of Light“) und das Eröffnungsstück „Bless In This Space“, in dem der Geist von Robert Fripp in den Bauch einer Gitarre geklettert ist. Brian Eno spielt auch mit dem Charme der programmierten Algorithmen im Track mit dem viel sagenden Titel „Glitch“. Ein Wink an den Zeitgeist, flankiert von einer attraktiven Autotune-Stimme, die aus dem Textbuch Hollands liest: „ There’s a glitch in the system, outside the brain flow“.

Key Tracks: „Breath Of Crows“, „Cloud 4“, „Glitch“

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