Candy Dulfer

Als Adolphe Sax 1840 das Saxophon erfand, wollte er damit in erster Linie Militärkopellen ausrüsten. Mi! dem Siegeszug von Dancefloor und Black Music wurde das Saxophon — live eingespielt oder auch gesamplet — gegen Ende der 80er Jahre wieder allgegenwärtig. Seit etwa zwei Jahren gilt die heute 22jährige Holländerin Candy Dulfer als erfolgreichste Pop- und Dance-Saxophonistin. Sie hat mit David A. Stewori den Instrumental-Hil ,Uly Was Here“ aufgenommen, als Support-Act für Madonna gespielt, mit Prince und Ffatti Labeile gearbeitet und mit ihrem Debut-Album SAXUALITY ihren Anspruch auf Eigenständigkeit angemeldet. Der von ihr bisher favorisierten Kombination von Dancebeats und Saxophon haftete jedoch eine gewisse Unentschiedenheit an, die ihre Musik eher fürs Radio als für den Club tauglich machte. Auf ihrem zweiten Album geht Candy Dulfer deutlicher in Richtung Funk, Go-Go und Dancefloor Jazz. Nicht nur dos mit Sixties Soul und Rap versetzte Titelstück ,Sax-A-Gogo“ ist absolut Club-orientiert, sondern auch ihre Coverversion des Average White Band-Klassikers ,Pick Up The Pieces“ oder auch der Club Soul-Titel ,Mr. Marvin“. Mit dem niveauvollen (und hoffentlich bald als Maxi ausgekoppelten) .Compared To What“ reiht sich Candy Dulfer fraglos in die urbane jazzbegeislerte Funky Family unserer Tage ein.

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