Citizens! Here We Are


Kitsuné/Coop/Universal VÖ: 25.05.

Jetzt benennen sich Bands schon nach ganz normalen Bürgern. Immerhin gibt es ein Ausrufezeichen dazu, etwas Luxus muss schon sein. Aber bloß nicht täuschen lassen. Wenn man eine Band sucht, die auf dem reichlich ausgedünnten Gebiet des Indie-Pop in der nächsten Zeit für Aufregung sorgen kann, sollte man diese auf keinen Fall außer Acht lassen. Alex Kapranos hat sie im Osten Londons entdeckt und alle Mitglieder nach Glasgow beordert, wo dieses Debütalbum entstanden ist. Man braucht dann auch nicht lange, um zu verstehen, warum der Sänger von Franz Ferdinand einen Narren an diesen Neu­lingen gefressen hat. Sie haben genau wie er viel Rhythmus im Blut. Bassläufe spielen eine größere Rolle als Gitarrenriffs und den Keyboards/Synthesizern wird auch viel Platz eingeräumt. Von Hooklines verstehen Citizens! ebenfalls eine Menge. Es wäre nicht verwunderlich, wenn im Indie-Land demnächst überall die Zeile „Sitting alone on a park bench just like a reptile“ gesungen wird. Sänger Tom Burke trägt sie in etwa so wie Alexis Taylor vor und auch sonst hat man das Gefühl, dass Hot Chip hier nie weit weg sind. Ein kleiner Schlingel scheint Burke auch zu sein. „I always want what I can’t have“, bekennt er und meint damit die Freundin des Freundes. Brave Bürger hören sich anders an. Key Tracks: „Reptile“, „Love You More“


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Von Wegen Lisbeth :: sweetlilly93@hotmail.com 

Lass-ruhig-laufen-Deutschpop, zu dem sich prima mit dem Segway zum Späti oder gleich direkt in die Hölle fahren lässt.  


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