Ebbb – SHALLOW HITS: Zeitlos statt experimentell

Weniger Experimente, mehr Hits: Die Londoner versöhnen Elektro-Pop mit Beach-Boys-Harmonien.

Klassisches Songwriting aus der Brian-Wilson-Schule, befeuert von experimentellen Elektronikpatterns aus dem Techno-Markt, mit diesem Soundkonstrukt gab uns die Debüt-EP ALL AT ONCE (2024) des Trios Ebbb ein interessantes Versprechen. Doch die Londoner haben sich entschieden, es nicht einzulösen: Auf ihrem ersten Album SHALLOW HITS markieren Beach-Boys-Harmonien und Elektronik zwar nach wie vor den Ausgangspunkt, die Experimentierfreude hat jedoch nachgelassen.

Producer Lev Ceylan, Sänger Will Rowland und Drummer Scott MacDonald haben sich zwischen dem Neo-Synth-Pop von Nation of Language, dem Brooklyner Hipster-Sound von Animal Collective und den Computertricks von Christopher Michael Taylor alias SOHN eingependelt. Doch wo Taylor noch der Generation Post-Dubstep entstammte, sind derartige Moden bei Ebbb überwunden, was SHALLOW HITS in den Olymp der Zeitlosigkeit befördert.

Das Album ist sonnig und melodieverliebt, gleich der erste Song setzt hier den Ton: „Come Alive“ ist ein verspieltes Stück Calypso-Synth-Pop mit einer Hook aus elektronischen Steel-Drums. Genre-Grenzen interessieren Ebbb kaum, auch Drum-&-Bass-Geklöppel oder Rave-Stampf finden statt. Was alle Komponenten dieses vielseitigen Klangbilds miteinander verlötet, ist Will Rowlands tenorige Stimme: Sie ist das stilübergreifende Zentrum des Albums.

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